Adelsgeschlechter auf Burg Bodenheim
(Zu den unterstrichenen Personen in den Stammbäumen finden sich biographische Daten im Personenregister, zu denen man durch Anklicken gelangt. )

von Bodenheim Brent von Vernich von Tomberg von Hersel von Hatzfeld von Arenberg

von Bodenheim (12.-14. Jh.)

Mit Frau Seburg von Bodenheim wird eine Familie dieses Namens erstmals 1136 urkundlich erwähnt. Seburg war wahrscheinlich die Frau von Theodor und die Mutter der Brüder Gerlach und Gottschalk von Bodenheim.

In den Berichten über die Schlacht von Worringen (1288) und den Wappentafeln ist kein Ritter von Bodenheim aufgeführt. Erst in der 1350 erstellten Abschrift eines Lehensverzeichnisses des Herzogs von Brabant aus dem Jahre 1312 ist ein "Adolphus de Bodenem" als Lehensinhaber des "castrum Bodenem" aufgeführt. Mit Johann von Bodenheim, der erstmals 1359 urkundlich erwähnt wird, stirbt 1377 der letzte männliche Vertreter dieser Familie. Die Burg fällt an den Ehemann der Tochter Sofia, Johann von Vischenich.

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Brent von Vernich (14./15. Jh.)

Burg Grossvernich im 18. Jh.Da auch Sofia von Bodenheim und Johann von Vischenich keine männlichen Nachkommen hinterlassen, fällt die Burg durch Heirat der Tochter Lysa um 1400 an Giselbrecht Brent von Vernich. Dieser entstammt einem niederen Adelsgeschlecht, dass vor allem als Söldner und Raubritter tätig war und dadurch Macht und Reichtum erlangt hatte. Giselbrechts Bruder Goswin (I.) war Herr der Burg Groß-Vernich, die wahrscheinlich von seinem Großvater Johannes Brent erbaut worden war. Außerdem besaß die Familie zeitweise Burg Kühlseggen, Haus Eicks, Burg Juntersdorf und die Lauvenburg.

Auch als Herren von Bodenheim erweisen sich die Ritter der Familie als äußerst streitlustig und fehdefreudig. Da Giselbrechts und Lysas Sohn Johann der Ältere trotz zweier Ehen keine männlichen Nachkommen hinterläßt, ist mit dem Tod seiner Witwe, Katharina von Nattenheim, die Brentsche Epoche in der Geschichte der Burg allerdings nach nur zwei Generationen um 1480 schon wieder beendet. Katharina hatte die Burg als Altenteil besessen, die aber schon seit ca. 1450 von der Familie von Tomberg genannt Worms, die mit den Brents von Vernich durch Heirat verbunden war, bewohnt wurde.

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von Tomberg genannt Worms (15.-17.Jh.)

Die TomburgEs gab im Mittelalter mehrere Geschlechter, die sich nach der Tomburg bei Rheinbach nannten. Die jüngere Linie mit dem Zusatz "genannt Worms" erscheint erstmals 1446 im Herrschaftsbereich von Lommersum, als Konrad von Tomberg in einer Urkunde als Schwiegersohn der Eheleute Johann Roilmann von Husen gen. Dedekum (=Derkum) und Mechtild Brent von Vernich genannt wird. Konrad war mit deren Tochter Coene (Kunigunde) verheiratet. Ein 1450 und 1455 urkundlich erwähnter Junker Friedrich von Tomberg gen. Worms war wahrscheinlich sein Bruder, evtl. auch sein Vater. Beiden war Burg Bodenheim wohl schon um 1450 von Johann d.Ä. Brent von Vernich auf Rentenbasis überlassen worden.

Kurz nach dem Tod seiner Frau Coene um 1480 hat Konrad von Tomberg offenbar Agnes von Meckenheim geheiratet. Burg Bodenheim scheint dann an seinen Sohn Johann übergegangen zu sein und hat wohl – wie Lommersum – Schaden in einer Fehde zwischen dem Grafen von Nassau-Dillenburg (dem Pfandherrn von Kerpen und damit auch Lommersum) und dem Grafen von Geldern erlitten.

Erst um 1520 tritt mit Goswin wieder ein Tomberg als Lehensinhaber von Bodenheim urkundlich in Erscheinung. Ein Wappenstein an der Nordseite des Mitteltraktes der Burg, der sein Wappen sowie das seiner Frau Maria Schall von Bell und Schlenderhahn zu Friesheim zeigt, lässt auf von ihm veranlasste Baumaßnahmen schließen. Aus seiner Ehe mit Maria gehen insgesamt sechs Kinder hervor, und die Burg geht an den Sohn Dietrich und dessen Frau Klara Münch von Buseck.

Mit Dietrich (I.) und seinem Bruder Johann beginnt der Aufstieg des Geschlechts, das zahlreiche kirchliche und weltliche Ämter innehatte. Dietrich hat auch die Burg wieder aufgebaut, nachdem sie "während des Krieges [den spanisch-niederländischen Auseinandersetzungen im Rahmen der Reformation] mit allen besiegelten Urkunden und allem Hausrat mehrfach geplündert worden und abgebrannt" war. Die in Eisenankern am Osttrakt der Burg angebrachte Jahreszahl 1589 und der Schlussstein über dem Burgtor belegen das Jahr des Wiederaufbaus.

Dietrich und seine Frau Klara hatten insgesamt sieben Kinder. Burg Bodenheim geht an ihren ältesten Sohn Konrad, der sie im Jahre 1600 als Lehen erhält. Fünf Jahre später kommt es zu einem Rechtstreit zwischen Dietrichs Söhnen und der mächtigen Familie Quadt von Landscron: beim Koadjutor und Administrator des Kölner Erzstiftes hatte diese eine ehrenrührige und verletzende Schrift gegen das Geschlecht und den Namen derer von Tomberg gen. Worms verlesen lassen und Klage auf Aberkennung ihres Namens und Wappens erhoben. Die Quadt (die seit 1441 Anteil an der Herrschaft Tomburg hatten und seit 1564 in Flamersheim ansässig waren) behaupteten, nur ihnen gebühre das Recht, das Tomberger Wappen zu führen. Die Klage richtete sich vor allem gegen Georg, "als sei er offensichtlich verlogen, ein ehrenrühriger Fälscher und falscher Ankläger, der kaiserliche Urkunden mit Füßen getreten" habe. Am 31. März 1605 lassen die Brüder in Bonn vor einem kaiserlichen Notar eine gemeinsame Erklärung beurkunden, dass ihre Familie das Wappen und den Namen der von Tomberg etwa 200 Jahre lang unangefochten geführt habe, und legen zum Beweis verschiedene Urkunden vor. Eine Aussage über die Herkunft ihres Geschlechtes machen die Brüder dabei nicht , was aber juristisch auch nicht erforderlich war. Über den Ausgang des Verfahrens ist bislang nichts bekannt; die Familie hat jedenfalls Namen und Wappen unverändert weitergeführt. 1607 verpachtet Konrad die Burg an seinen Bruder Georg, der 1619 auch formell mit ihr belehnt wird. Er baut die Burg weiter aus und um und verleiht ihr ihre heutige Gestalt. Mangels männlicher Nachkommen fällt die Burg über Georgs älteste Tochter, Anna Klara, 1629 an deren Ehemann Daniel von Hersel.

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von Hersel (17./18.Jh.)

Daniel von Hersel, der nach dem Tod seiner ersten Frau Elisabeth von Bredow 1625 Anna Klara von Tomberg geheiratet hatte, war kurkölnischer Kämmerer und damit "Finanzminister" des Kölner Fürstbischofs. Dank dieser hoher Stellung und der damit verbundenen Beziehungen gelingt es ihm, Burg Bodenheim ohne großen Schaden durch den Dreißigjährigen Krieg zu bringen – allerdings nur unter großen finanziellen Opfern.

Wappen der Familie von HerselDie Familie Hersel behält Burg Bodenheim fast 200 Jahre in Ihrem Besitz und stellt immer wieder hohe kurkölnische Beamte und Militärs. Die Freiherren von Hersel zu Bodenheim sind jedoch die einzigen Adligen, die trotz ihrer hohen Ämter im "Ausland" über längere Zeit wirklich in der brabantischen Herrschaft Lommersum ansässig sind. Bis vor kurzem befand sich in der dortigen Pfarrkirche ihre Familiengruft.

Daniels Sohn Georg Franz Wilhelm und seine Ehefrau Maria Katharina von Bocholtz können Burg Bodenheim offenbar vor Zerstörungen im franz.-span. Krieg bewahren und lassen Ende des 17. Jahrhunderts ihr Allianzwappen am Burgtor anbringen; ob damit dessen Wiederherstellung oder lediglich ihre Übernahme der Burg dokumentiert werden soll, ist umstritten.

Auch im spanischen Erbfolgekrieg hat Bodenheim unter Einquartierungen, Überfällen und Kriegslasten zu leiden, bleibt aber unzerstört. Die Familie von Hersel weigert sich als größter Grundbesitzer der Herrschaft Lommersum allerdings beharrlich, die damit verbundenen Kriegsumlagen zu entrichten, wodurch es zu mehreren gerichtlichen Auseinandersetzungen mit der Gemeindevertretung von Lommersum kommt, die erst 1727 in einem Vergleich beigelegt werden können.

Maria Katharina von Hersel läßt 1717 zur Erinnerung an ihren verstorbenen Mann ein Steinkreuz mit seinem Wappen in der Ortsmitte von Bodenheim errichten, das heute noch dort steht. Über ihren Sohn Konrad Gumbert Ägidius Franz kommt Burg Bodenheim 1755 an dessen Sohn Clemens August, offenbar ein Patenkind des gleichnamigen Kurfürsten. Nach dessen Tod erben seine beiden Töchter die Burg: Frederike Hubertine, verheiratet mit Karl Eugen Graf von Hatzfeld-Wildenburg, und Maria Anna. Letztere bleibt unverheiratet, überlebt ihr Schwester und besitzt als letzte der Familie von Hersel die Burg zusammen mit ihrem Neffen, Edmund Graf von Hatzfeld-Weisweiler.

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von Hatzfeld-Wildenburg (18./19.Jh.)

Mit Folpertus de Hepisvelt und seinem namentlich nicht genannten Bruder betreten im 12. Jahrhundert die ersten Adligen von Hatzfeld die Bühne der Geschichte. Sie erscheinen in der Zeugenreihe einer Urkunde aus dem Jahre 1138/39. Die adelige Familie von Hatzfeld hatte einen befestigten Hof im gleichnamigen Ort an der Eder (Hessen). Im 13. Jahrhundert wird auf einem jenseits des Ederlaufs liegenden Bergvorsprung die Burg errichtet. 1340 gestattet Kaiser Ludwig der Bayer den Herren von Hatzfeld, unter ihrer Burg eine ummauerte Stadt anzulegen. Als gefürchtete Haudegen und Raufbolde machen sich die Herren von Hatzfeld in den Auseinandersetzungen zwischen den hessischen Landgrafen und dem Erzstift Mainz einen Namen. 1570 stirbt die hessische Stammlinie derer von Hatzfeld aus. Die Familie hatte sich jedoch schon in weitere Linien aufgespalten. u.a. die Hatzfeld-Wildenburgs.

Stadt und Burg HatzfeldDiese Linie kommt 1489 in den Besitz der reichsunmittelbaren Herrschaft Wildenburg. Schloß und Amt Schönstein, heute Sitz der Verwaltung, gelangen erblehensweise 1589 als Kurkölnische Unterherrschaft in das Eigentum der Hatzfeldt-Wildenburg'schen Linie. 1635 wird Melchior von Hatzfeld-Wildenburg, kaiserlicher General, mit der Herrschaft Trachenberg in Schlesien belehnt. 1741 wird diese durch Friedrich den Großen zum Fürstentum erhoben und 1748 die Familie in den Reichsfürstenstand versetzt.

Edmund Gottfried von Hatzfeld-Wildenburg, der vor den französischen Revolutionstruppen ins Rechtsrheinische geflüchtet war, überträgt 1798 seinen gesamten linksrheinischen Besitz seinem einzigen Sohn Karl Eugen, dem Ehemann der Frederike Hubertine von Hersel. Offenbar ist dieser später geisteskrank geworden und 1799 gestorben. Sein Sohn Edmund teilt 1832 dem Landrat in Euskirchen mit, Burg Bodenheim sei immer noch Eigentum seiner Mutter und ihrer Schwester Maria Anna. Nach dem Tod seiner Mutter im Jahre 1833 erbt der Graf ihren Anteil am Gut und organisiert die umfangreichen Bau- und Reparaturmaßnahmen, da die in französischer Zeit unbewohnte Burg durch Sturm und Regen schwer beschädigt worden war. Nach Auseinandersetzungen mit dem Pächter Wilhelm Heinrich Herhahn überträgt er die Bau- und Pachtangelegenheiten 1840 seiner Rentei auf Schloss Kalkum bei Düsseldorf. Die eingenommenen Pachtbeträge gingen je zur Hälfte an ihn und seine Tante, "das Fräulein von Hersel". Am 28. Juni 1845 verkaufen Graf Edmund und seine Tante Burg Bodenheim an den Herzog von Arenberg.

Die Skandale der Hatzfelds

Der verrückte Bigamist, die rote Gräfin, der bankrotte Diplomat und der Albtraum des eisernen Kanzlers

Mit dem ersten Hatzfeld im Besitz Burg Bodenheims beginnt auch die Reihe von gesellschaftlichen Skandalen, die diese Familie über Generationen hinwegverfolgen sollte. Von Graf Karl Eugen wird überliefert, dass er sich von der Freiin von Hersel getrennt und eine gewisse Karoline Elisabeth Held geheiratet hatte. Die gräfliche Familie erkannte diese Verbindung jedoch nicht an und klagte dagegen beim Reichskammergericht und vor kirchlichen Instanzen. Über das Ergebnis ist nichts bekannt, jedoch änderten Karl Eugen und Maria Frederike am 25. August 1799 ihren Ehevertrag und setzten die Freiin als Vormund gemeinsamer Kinder unter Mitaufsicht ihrer Schwiegermutter ein. Auffallend ist, dass Karl Eugen dabei wegen Geistesschwäche von einem Vormund vertreten wurde und zwei Wochen später verstarb.

Die Skandale setzten sich in der nächsten Generation fort. Sophie Josepha Gräfin von Hatzfeld-Trachenberg (1805-1881) war praktisch gezwungen worden, ihren Vetter Edmund von Hatzfeldt-Wildenburg, den Sohn Karl Eugens und Marie Frederikes, zu heiraten. Mehr als 20 Jahre war sie dessen Unmenschlichkeiten und Grausamkeiten ausgesetzt. 1846 schließlich freundete sie sich mit einem jüdischen (!) Sozialisten (!!) und Anwalt an: mit Ferdinand Lassalle, dem Begründer der deutschen Arbeiterbewegung. Lassalle führte vor sechs Gerichten für sie einen Scheidungsprozeß sowie vermögensrechtliche Auseinandersetzungen. Nach der Scheidung im Jahr 1851 gelang mit der Rückgabe der Allode (Familiengut) an Gräfin Sophie 1854 ein teilweiser Erfolg. Die dankbare "rote Gräfin" setzte Lassalle eine Rente von 7.000 Talern pro Jahr aus, die ihn finanziell unabhängig machte. Sie arbeitete außerdem eng mit ihm im Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein (ADAV) zusammen – angeblich sogar sehr eng: manche Quellen sagen, sie sei seine Geliebte gewesen. 1867 gründete sie eine Abspaltung des ADAV, den "Lassalleschen Dt. Arbeiterverein" (LADAV), eine streng zentralisierte Kaderorganisation. Nach der Wiedervereinigung der beiden Organisationen 1869 zog sich die Gräfin aus der Politik zurück.

Ihr Sohn Paul (1831-1901) setzte die Reihe privater Skandale fort und zeichnete sich vor allem durch seine immensen Schulden sowie durch eheliche Enttäuschungen aus, die ihm seine Heirat mit einer 17jährigen Amerikanerin namens Helene Moulton  (von der er sich später wieder scheiden ließ) einbrachten. Aufrund seiner ausgezeichneten Verbindungen zu Bismarck machte er dennoch Karriere als außenpolitischer Berater des Reichskanzlers sowie Botschafter in Madrid und Konstantinopel. 1882 wurde er Außen-Staatssekretär und krönte seine Karriere schließlich 1885 mit dem damals wichtigsten diplomatischen Amt in Deutschland, dem Botschafterposten in London. Sein nicht unbeträchtliches Gehalt wurde allerdings zum Teil einbehalten, um damit seine Gläubiger zu bezahlen....

Ein anderes Familienmitglied war beim Eisernen Kanzler weitaus weniger gut gelitten als der erfolgreiche Diplomat, in Liebesdingen allerdings ähnlich glücklos: die schöne Elisabeth von Hatzfeld-Trachenberg  (1839-1914). Verheiratet mit dem Fürsten Carl Ludwig zu Carolath-Beuthen zog sie den Zorn Bismarcks auf sich, weil sie die Leidenschaft seines Sohnes Herbert geweckt hatte. Sie ließ sich 1881 in der Überzeugung scheiden, dass Bismarck junior - damals der begehrteste Junggeselle des Deutschen Reiches - sie heiraten würde; auch die Zeitungen berichteten schon von der bevostehenden Hochzeit. Der Kanzler war außer sich, versuchte seinen Sohn unter Schluchzen und Tränen von der Verbindung abzuhalten und drohte schließlich, entweder sich umzubringen oder ihn zu enterben. Hin-und hergerissen zwischen Vater und Geliebter stand Herbert vor der schwierigen Wahl: privates Unglück oder väterliche Ungnade in Armut. Nachdem er eine Zeit lang unentschlossen und entscheidungsunfähig die Dinge hatte treiben lassen, beendete Elisabeth schließlich die Beziehung von sich aus. Ihr war klar geworden, dass Herbert sie niemals heiraten würde.
Ungeklärt ist, warum Bismarck diese "Mesalliance" so hintertrieb: wollte er einfach nur keine geschiedene Frau in der Familie haben, oder störte ihn vielmehr, dass Elisabeths Schwestern mit zwei seiner stärksten politischen Gegner verheiratet waren?

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von Arenberg (19. /20.Jh.)

Burg ArembergDie Arenberger, Edelherren und damit Angehörige des Hochadels, waren im 12. und 13. Jahrhundert Burggrafen zu Köln und nannten sich nach ihrem Stammsitz Aremberg. Sie gehören zu den erfolgreichsten und wohlhabendsten Dynastengeschlechtern der Eifel und haben sich in ihren Stammlanden vor allem durch eine gute und fürsorgliche Herrschaftsausübung einen Namen gemacht, der in der Bevölkerung noch im 19. Jahrhundert in bester Erinnerung war. Besonders durch die Eisengewinnung und -verarbeitung im Ahrgebiet waren sie zu erheblichem Reichtum gelangt. Durch ihre kluge Heiratspolitik sowie ihre politischen und militärischen Tätigkeiten in ganz Europa steigen sie 1549 zu Reichsgrafen, 1576 zu Fürsten und schließlich 1644 zu Herzögen auf, die vorzugsweise im heutigen belgischen Raum (Enghien) residieren.

Die Familie Arenberg hat Bodenheim nie bewohnt, sondern über drei Generationen an die Familie Thelen verpachtet. Mit den Schlössern in Kommern und Schleiden besaßen die Arenberger auch bereits zwei bedeutende Adelssitze im heutigen Kreis Euskirchen. Prosper-Ludwig von Arenberg erweist sich Mitte des 19. Jahrhunderts zudem als wahrer "Burgensammler": bevor er 1845 Burg Bodenheim kauft, hatte er schon 1842 Burg Bollheim und 1843 Burg Veynau erworben. 1861 erbt sein Sohn Herzog Engelbert zu Brüssel Burg Bodenheim, und dessen Sohn Engelbert August verkauft sie 1930 an die Pächterfamilie Kieselstein, in deren Besitz sie sich heute noch befindet.

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Personenregister

In diesem Register sind die urkundlich belegten biografische Informationen zu einigen Personen aus der Geschichte Burg Bodenheims zusammengefasst, alphabetisch nach Vornamen sortiert.

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

Clemens August von Hersel (*um 1730) ist der einzige Sohn des Konrad Gumbert Ägidius Franz von Hersel aus seiner ersten Ehe mit Maria Josefa Freiin von Dorth zu Issum. Seine Vornamen bezeugen die Patenschaft des Kölner Kurfürsten. Schon als Minderjähriger (von 1747 bis 1794) wird er Amtmann zu Linn und Ürdingen, wobei sein Vater bis zu seinem Tod die Verwaltung ausübt. Anschließend übernimmt Clemens Augusts Schwager Johann Adolf von Syberg, Oberamtmann von Münstereifel und Tomberg, die Vormundschaft, die 1768 endet.
Am 26. Juni 1755 wird Clemens August mit Burg Bodenheim und am 8. Dezember mit dem dazugehörigen Hof belehnt. Am 4. August 1768 schließt er den Ehevertrag mit Maria Anna Freiin von Bourscheid, bis dahin Stiftsdame zu Schwarz-Rheindorf, jüngste Tochter des verstorbenen Kaspar Friedrich Max Freiherr von Bourscheid, Herr zu Merödtgen und (Klein-)Büllesheim, und der Maria Anna Barbara Freiin von Hompesch zu Bollheim. Clemens August bezeichnet sich in diesem Vertrag auch als Herr zu Laurensberg. Aus der Ehe gehen zwei Töchter hervor, die Burg Bodenheim gemeinsam Erben. Die ältere, Maria Frederica, heiratet 1792 Karl Eugen Graf von Hatzfeld-Wildenburg; die jüngere, Maria Anna (*25.02.1772 in Laurensberg) bleibt unvermählt, überlebt ihre Schwester und vererbt als letzte der Familie von Hersel deren Besitz und Archiv an ihren Neffen, Graf Edmund. zur Familie

Daniel von Hersel zu Vochem (†1649), seit 1609 Amtmann zu Brühl und 1618 kurkölnischer Kämmerer. In erster Ehe mit Elisabeth von Bredow verheiratet, schließt er am 30. August 1625 eine Ehevereinbarung mit Anna Klara von Tomberg, die bestimmt, dass die Eheleute Haus Bodenheim erhalten. Am 4. Mai 1629 wird Daniel mit Haus Bodenheim und dem "Kesselsgut binnen Lommersum gelegen" vor der Lommersumer Lehenskammer belehnt. Dank seiner vielfältigen Beziehungen als kurkölnischer "Finanzminister" gelingt es ihm offenbar, die Burg ohne größeren Schaden durch den Dreißigjährigen Krieg zu bringen, allerdings nicht ohne große finanzielle Opfer. Aus seiner Ehe mit Anna Klara gehen drei Töchter und zwei Söhne hervor. Die Töchter wurden Stiftsdamen: Maria Elisabeth und Sibilla Gertrud in Bonn-Dietkirchen, Anna Klara in Schwarz-Rheindorf. Der Sohn Johann Kaspar wurde 1658 Benediktiner in Siegburg. Nach seiner Erhebung in den Freiherrenstand 1675 verzichtete er 1676 auf das elterliche Erbe und erscheint 1684 als Probst von St. Cyriakus in Bonn. zur Familie

Dietrich (der Ältere) von Tomberg genannt Worms, Sohn Goswins, heiratet am 29. Juni 1545 auf Burg Bodenheim Klara, Tochter des Konrad Münch von Buseck und seiner Frau Sophia von Odenthal. Sein Heiratsgut ist die Burg mit allem Zubehör im Bereich von Lommersum und Umgebung (die Mitgift seiner Braut beträgt 600 rheinische Gulden). Mit Dietrich und seinem Bruder Johann beginnt der Aufstieg des Geschlechts der von Tomberg gen. Worms. Er wird am 26. Juni 1559 zum Amtmann der Herrlichkeit Kerpen eingesetzt und bringt die Burg durch die kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Holländern und Spaniern im Zuge der Reformation, in denen Bodenheim mehrfach besetzt, gebrandschatzt und teilweise zerstört wird. Sein genauer Todestag ist unbekannt, liegt aber vor dem 29. Mai 1598. zur Familie

Elisabeth (Lysa) von Saffenberg zu Eicks, Tochter des Johann von Saffenberg zu Eicks und seiner zweiten Frau Elisabeth von Setterich. Ihr Urgroßvater Johann von Eicks entstammte einem Edelherrengeschlecht und hatte den gleichnamigen Fronhof zur Burg ausgebaut. Sie heiratet zwischen 1390 und 1400 Johann den Älteren Brent von Vernich, nachdem dieser als Schiedsrichter im Streit um die Herrschaft Eicks fungiert hatte. Sie starb kinderlos zwischen 1431 und 1434. zur Familie

Franz Adolf von Hersel(*22.05.1672 † 03.05.1747) verzichtet schon 1703, als er in den Krieg nach Frankreich zieht, und erneut 1715 und 1716 gegenüber seinen Eltern zugunsten seines Bruders Konrad Gumbert Ägidius Franz auf seinen Erbteil, "nachdem er während seiner Kriegsdienste und namentlich nach der Belagerung von Bonn auf Burg Bodenheim von seinen Eltern Geld- und anderweitige Zuwendungen erhalten hatte, die an Wert über seinen Kindteil" hinausgingen. 1718 ist er kurkölnischer Kämmerer sowie Amtmann zu Linn und Ürdingen. Er wird auch als Drost von Kerpen und Lommersum genannt und bringt es zum Oberst und schließlich sogar General. 1744 setzt er die beiden Kinder seines Bruders, Clemens August und Karolina Wilhelmina, zu seinen Erben ein. Seine 1725 geheiratete Frau verläßt er, versorgt sie aber auf Druck des Kölner Kurfürsten mit einer Rente. zur Familie

Friedrich von Tomberg genannt Worms besiegelt 1450 und 1455 Urkunden auf Burg Bodenheim. Es ist nicht sicher, ob er der Vater oder, was wahrscheinlicher ist, der Bruder Konrad von Tombergs ist. zur Familie

Georg von Tomberg genannt Worms (*1552 †ca.1628), vierter Sohn von Dietrich d.Ä. und Klara Münch von Buseck. 1577 wird er - wie sein Bruder Johann - Kanoniker am Münsterstift zu Aachen, resigniert aber 1578 zugunsten seines Bruders Gerhard (über den weiter nichts bekannt ist) und heiratet Maria von Blankart, die vorher mit Kaspar von Reven vermählt gewesen war. 1594 lassen die beiden den Westtrakt von Burg Bodenheim verändern und dokumentieren dies durch ihr datiertes Allianzwappen im Obergeschoss. 1602 oder 1608 wird Georg kurkölnischer Rat, Kämmerer und Amtmann zu Bonn. 1607 vereinbaren die Brüder Konrad, Georg, Dietrich und Gerhard sowie Johann von Tomberg in einer Erbteilungsvereinbarung für den Fall, dass einer von ihnen ohne ritterbürtige Nachkommen sterben sollte, u.a. dass die beiden erstgenannten dann Haus Bodenheim gemeinsam erhalten sollen. Kurz darauf verpachten Konrad und seine Ehefrau Katharina von Dobbelstein Bodenheim an Georg und dessen Frau Maria von Blankart. 1619 wird er auch formell mit Haus Bodenheim belehnt. Am 31. Oktober 1628 errichtet er in Bonn sein Testament und dürfte bald darauf verstorben sein. Er hatte zwei Töchter: Anna Klara, die 1625 Daniel von Hersel heiratet, und Maria Anna, verheiratet mit Adolf von Zweiffel und schon vor der Hochzeit ihrer Schwester verstorben. zur Familie

Georg Franz Wilhelm von Hersel (†1716), Sohn Daniels von Hersel, folgt seinem Vater in vielen Ämtern: 1668 ist er als Amtmann in Godesberg, Mehlem und Brauweiler, 1686 als kurkölnischer Kämmerer und Amtmann in Zülpich belegt. 1665 heiratet er Maria Katharina von Bocholtz (*1640). Von 1686 bis 1705 nehmen die Eheleute wiederholt Hypotheken auf ihren adeligen Sitz in Vochem auf, offenbar, um die finanziellen Lasten aus den Kriegen zwischen Frankreich und den Habsburgen bestreiten zu können. Burg Bodenheim konnten sie jedoch vor der Zerstörung bewahren. Ihr Allianzwappen ziert das Torgebäude der Burg.
In den kriegerischen Auseinandersetzungen der Zeit, v.a. im Spanischen Erbfolgekrieg (1701-14) weigert sich Georg Franz Wilhelm als größter Grundbesitzer der spanischen Exklave Lommersum beharrlich, die geforderten Kriegsabgaben zu entrichten. Bereits 1691 hatte die Gemeindevertretung von Lommersum daher ein Urteil auf Zahlung erwirkt, das sie im folgenden Jahr zu vollstrecken versucht. Dies bleibt jedoch ebenso erfolglos wie in den folgenden Jahren. Am 20. Januar 1705 verüben Kerpener Bauern einen Überfall auf Lommersum, weil die Einwohner sich ihrerseits weigern, weitere kriegsbedingte Abgaben nach Kerpen zu leisten. In der Nacht zum 12. Januar 1709 fällt sogar "die Kerpener Garnison in Lommersum ein und nimmt den alten Herrn von Hersel nebst einem weiteren Eingesessenen gefangen und führte sie für mehrere Tage in strenge Schlosshaft nach Kerpen". Nach dem Tode Georg Franz Wilhelms waren die Rückstände auf insgesamt 3.338 Reichstaler angewachsen. Er hinterließ zwei Söhne und drei Töchter. Die Älteste, Maria Sophia Alexandrine Wilhelmine (*20.02.1676
†1752) heiratet 1698 Johann Gerhard von Colyn und folgt nach dessen Tod 1707 ihrer Schwester Margaretha Antonetta (†1735) als Stiftsdame nach Bonn-Dietkirchen; die Schwester Maria Katharina Margaretha ist Ordensschwester in Köln. zur Familie

Gerlach von Bodenheim ist Siegelzeuge der Urkunde von 1173, mit der Gottschalk, Herzog von Niederlothringen, einen Teil des Zehnten in Lommersum der Abtei Klosterrath überträgt. Wahrscheinlich ist er ein Sohn von Theodor und Seburg von Bodenheim und Bruder des Gottschalk von Bodenheim. 1176 bestätigt der Kölner Erzbischof Philipp von Heinsberg nachträglich, dass Herzog Heinrich von Limburg das Lehen seines Ministerialen Gerlach von Bodenheim in Irresheim dem Kloster Marienthal an der Ahr geschenkt hat. zur Familie

Giselbrecht (Gyselbrecht) Brent von Vernich, Sohn von Reinhard Brent (Begründer der jüngeren Burg in Groß-Vernich) und Philippine, Tochter des einflussreichen Goswin von Zievel und der Swenholt von Harff. Verheiratet mit Lysa von Bodenheim. 1381 und 1407 als Amtmann zu Kerpen und Lommersum erwähnt. Weitere urkundliche Erwähnungen in den Jahren 1383-86, hauptsächlich im Zusammenhang mit kriegerischen Auseinandersetzungen des Erzbischofs von Köln. zur Familie

Goswin von Tomberg genannt Worms (†1543) wird in einem undatierten, auf 1518 anzusetzenden Lehnensverzeichnis der Herrschaft Lommersum als Inhaber des Mannlehens Bodenheim genannt. Vielleicht ist er der Sohn Johanns und Enkel Konrads? Am Mitteltrakt der Burg ist ein jetzt sehr verwitterter Wappenstein angebracht, der sein Wappen sowie das seiner Frau, Maria Schall von Bell und Schlenherhahn zu Friesheim, zeigt und auf von ihm veranlasste Baumaßnahmen schließen läßt. zur Familie

Gottschalk von Bodenheim ist Siegelzeuge der Urkunde von 1173, mit der Gottschalk, Herzog von Niederlothringen, einen Teil des Zehnten in Lommersum der Abtei Klosterrath überträgt. Wahrscheinlich ist er ein Sohn von Theodor und Seburg von Bodenheim und Bruder des Gottschalk von Bodenheim. zur Familie

Heinrich von Tomberg genannt Worms (*1550 †1597), ist der dritte Sohn von Dietrich d.Ä. und Klara Münch von Buseck und Kanoniker am St.-Cassius-Stift in Bonn. zur Familie

Johann von Bodenheim (†spätesten 1377) macht am 24. Juni 1359, seinem Namenstag, gemeinsam mit seiner Frau Mechtilde eine Stiftung zur Dotierung einer "Erbmesse" am Altar im Südschiff der Pfarrkirche von Lommersum. Die Verwaltung des Stiftungsgutes und das Vorschlagsrecht für den Vikar blieben in den Händen der Herren von Bodenheim, die vor dem Altar ihre Gruft und in seiner Nähe im Hauptschiff der Kirche ihr Gestühl hatten. Am 2. Mai 1360 und 1. Januar 1364 erhält Johann weitere Lehen vom Kölner Erzbischof im Vorgebirge, die er bereits am 15. Januar 1366 teilweise wieder verkauft. Weil der Erzbischof ihm dies erlaubt hatte, gelobt er feierlich, in diesen an Fehden reichen Zeiten nichts gegen ihn zu unternehmen. Die Eides-Urkunde ließ er von Konrad von Tomberg, Peter von Gymnich und Walram von Merode mitbesiegeln. zur Familie

Johann (der Ältere) von Tomberg genannt Worms (*1527/28 †28.05.1600), Bruder Konrad von Tombergs, wird 1558 Abt des Augustinerklosters Klosterrath bei Herzogenrath. In dieser Funktion betreibt er die Einsetzung seines Bruders (oder Neffen?) Konrad von Tomberg zum Statthalter des brabantischen Herzogenrath. zur Familie

Johann (der Jüngere) von Tomberg genannt Worms (*1548 †17.1.1612), zweitältester Sohn Dietrichs d.Ä., 1607 als Dechant zu St. Marien in Aachen urkundlich erwähnt. 1610 errichtet er ein Testament, in dem er u.a. der Pfarrkirche zu Lommersum eine Rente vermacht, die zur Stiftung einer Wochenmesse in der Hauskapelle der Burg Bodenheim bestimmt wurde. Außerdem vermacht er der Hauskapelle und seinen Verwandten verschiedene Wertgegenstände; zwei mittelalterliche Holzplastiken der hl. Anna und der hl. Maria, die bis in die 1960er Jahre in der Burgkapelle standen und sich jetzt im Kölner Schnütgen-Museum befinden, könnten aus diesem Nachlass stammen. Bei seinem Tode 1612 ist Johann Kanoniker und Dechant am Münsterstift zu Aachen. Eine Gedenkplatte aus Sandstein mit acht Ahnenwappen befand sich früher an der Nordwand der Nikolai-Kapelle des Domes. zur Familie

Johann von Vischenich wird gemeinsam mit seiner Frau Sofia von Bodenheim (Tochter des Johann von Bodenheim) erstmals am 26. November 1377 und erneut am 9. Juni 1380 urkundlich erwähnt, als sie Ländereien verkaufen. Der Verkauf geschah mit ausdrücklicher Zustimmung ihrer Töchter Lysa und Metza sowie deren Ehemännern Giselbrecht Brent von Vernich und Wyrich Kolve von Ahrweiler. Johann hat diverse Güter verpfändet und verkauft, wahrscheinlich um mit dem Geld Burg Bodenheim zu erweitern und verstärken. 1376-78 nimmt er zusammen mit seinem Schwiegersohn Giselbrecht Brent von Vernich auf Seiten des Erzbischofs von Köln an dessen Streit mit der Stadt Köln teil. 1381 erklären und quittieren er und Giselbrecht der Stadt Köln, dass sie für den ihnen zugefügten Schaden voll entschädigt worden sind. Letztmalig erscheint er mit seiner Frau Sofia in einer Urkunde vom 13. Dezember 1400, mit der sie einen Hof in Friesheim an Johann von Kuchenheim verkaufen. zur Familie

Johann (der Ältere) Brent von Vernich († vor 1457), Sohn von Giselbrecht Brent von Vernich und Lysa von Vischenich geb. Bodenheim., wird erstmals1390 als Schiedsrichter im Streit um die Herrschaft Eicks erwähnt, was sich für ihn wohl doppelt auszahlte: in der Folgezeit heiratet er Elisabeth von Saffenberg zu Eicks und wird dadurch Mitherr zu Eicks. 1401 wird Johann als Herr zu Lauvenberg genannt, er hatte die dortige Familie offenbar aus der Burg verdrängt. Er führte anscheinend auch die Familientradition des Raubritterums fort, denn 1401 hilft er Clais von Zyssen in einer Fehde mit der Stadt Köln, und 1408 fordert der Kölner Erzbischof den Herzog von Jülich auf, die von der Lauvenburg ausgehenden Raubzüge zu unterbinden. Nach dem Tod seiner ersten Frau heiratet Johann am 11. November 1434 Katharina von Nattenheim, die Witwe Dietrichs von Clermont. Seine Brüder, Johann der Jüngere und Gyselbrecht, werden 1407 urkundlich erwähnt, ansonsten ist wenig von ihnen bekannt. zur Familie

Johann Roilmann von Husen war seit 1429 Mitinhaber der Burg Veynau, wohnte aber wohl in Derkum, da er seit 1434 als von Husen genannt von Dedecum (=Derkum) auftritt. Er besaß auch die Burg in Efferen und Anteile an Niederdrees und Ramershoven, seit 1423 hatte er den Fronhof in Dom-Esch gepachtet. Im Zusammenhang mit Bodenheim wird er 1446 urkundlich erwähnt, als Ehemann der Mettel Brent von Vernich und Schwiegervater Konrads von Tomberg, dem er 1458 auch das sog. Brentengut in Efferen verkauft. Nach seinem Tod 1468 erben Konrad und seine Frau Coene sowie deren Schwester Katharina mit ihrem Mann Peter Kessel von Nürburg je zur Hälfte Johanns Besitz in Derkum sowie seine Mühle in Lommersum. zur Familie)

Karolina Wilhelma Franziska Ariana von Hersel, Tochter des Konrad Gumbert Ägidius Franz von Hersel aus seiner zweiten Ehe mit Maria Katharina Barbara Freiin Spies von Büllesheim, heiratet am 30. März 1754 Johann Adolf Freiherr von Syberg, Herr zu Eicks. Im Ehevertrag erhält sie eine Mitgift von 6.000 Talern, für die alle väterlichen Güter, insbesondere Haus Bodenheim, zum Unterpfand gesetzt werden. Im übrigen verzichtete sie aber auf alle elterlichen Güter zugunsten ihres Bruders Clemens August. zur Familie

Katharina von Nattenheim, in erster Ehe verheiratet mit Dietrich von Clermont, ehelicht nach dessen Tod am 11. November 1434 Johann Brent von Vernich. Sie einigt sich 1456 mit Harper von Reuschenberg "wegen der Fortnahme von Gütern zu Bodenheim und Forderungen gegen ihn an dem Gut zu Eychtz [Eicks] wegen ihrer Leibzucht und Wittum". Katharina scheint Burg Bodenheim als Altenteil besessen zu haben; 1474 unterrichtet sie Amtmann, Schultheiß und Schöffen von Lommersum davon, dass sie ihren Neffen Clais von Mirbach bevollmächtigt habe, ihren Anspruch gegen Konrad von Tomberg bis auf Zahlung einer Erbrente gerichtlich geltend zu machen. Über den Ausgang des Streits ist nichts bekannt. zur Familie

Konrad (I.) von Tomberg genannt Worms wird erstmals 1446 urkundlich als Schwiegersohn des Johann Roilmann von Husen erwähnt, mit dessen Tochter Coene er verheiratet war. Er ist der Bruder, evtl. auch der Sohn von Friedrich von Tomberg. 1474 verklagt ihn Katharina von Nattenheim, da er die "Miete" für Burg Bodenheim nicht zahlen will. Im Lommersumer Lehensverzeichnis von 1475 ist er neben seinem Schwager Peter Kessel von Nürburg als Inhaber einer Ritterwohnung zu Derkum und der Mühle in Lommersum aufgeführt. Nach dem Tod seiner Frau Coene heiratet Konrad (wahrscheinlich 1480) Agnes von Meckenheim. Den überlieferten Verkaufs- und Verpfändungsurkunden nach zu urteilen scheint Konrad häufig knapp bei Kasse gewesen zu sein. Seine letzte urkundliche Erwähnung ist 1482, danach wird es still um ihn. zur Familie

Konrad (II.) von Tomberg genannt Worms (*1546 ), Sohn Dietrichs und Klaras, wird 1600 mit Haus Bodenheim belehnt. Er ist wohl auch der Konrad, der 1587 als Statthalter des brabantischen Herzogenrath eingesetzt wird. 1607 verpachten er und seine Frau Katharina von Dobbelstein Burg Bodenheim an seinen Bruder Georg und dessen Ehefrau Maria von Blankart. zur Familie

Konrad Gumbert Ägidius Franz von Hersel (*24.09.1669 †04.07.1754) wird im Testament seiner Eltern von 1707 zum Universalerben eingesetzt. Er schlägt die militärische Laufbahn ein und bringt es bis zum kurkölnischen Generalleutnant und Militärgouverneur von Bonn. Am 26. September 1729 heiratet er Maria Josefa Jacoba Johanna Freiin von Dorth zu Issum, die ihn 1731 zum Universalerben bestimmt. Nach deren Tod heiratet er 1734 Maria Katharina Barbara Freiin Spies von Büllesheim, Tochter des Herrn zu Satzvey. 1753 lässt er an der Kreuzung der alten Heer- und Krönungsstrasse mit der Kessenicher Straße ein großes Steinkreuz mit seinem Wappen errichten, vermutlich zum Andenken an seine zweite Ehefrau. Er stirbt 1754 auf Schloss Eicks, wird nach Bodenheim überführt und dann – anscheinend als letzter – in der Familiengruft vor dem St.-Antonius-Altar in der Lommersumer Pfarrkirche beigesetzt. Er hinterläßt aus erster Ehe den Sohn Clemens August und aus zweiter Ehe eine Tochter, Karolina Wilhelma. zur Familie

Seburg von Bodenheim schenkt laut einer Urkunde von 1136 der Klosterkirche in Siegburg Ländereien (wahrscheinlich in Irresheim bei Frauenberg). Vermutlich ist sie die Mutter von Gerlach und Gottschalk und Ehefrau des Theodor von Bodenheim. Wahrscheinlich war sie auch verwandt mit Randolph, einem Ministerialen des Herzogs Walram von Limburg, der Herr von Lommersum war und die dortige Kirche errichten ließ. zur Familie

Sofia von Bodenheim, die Tochter Johanns und Mechtilds von Bodenheim, wird gemeinsam mit ihrem Mann Johann von Vischenich erstmals am 26. November 1377 und erneut am 9. Juni 1380 urkundlich erwähnt, als sie Ländereien verkaufen. Der Verkauf geschah mit ausdrücklicher Zustimmung ihrer Töchter Lysa und Metza sowie deren Ehemännern Giselbrecht Brent von Vernich und Wyrich Kolve von Ahrweiler. Letztmalig erscheint sie mit ihrem Mann Johann von Vischenich in einer Urkunde vom 13. Dezember 1400, mit der sie einen Hof in Friesheim an Johann von Kuchenheim verkaufen. zur Familie

Theodor von Bodenheim wird erstmals 1140 urkundlich erwähnt, als er der Abtei Klosterrath Ländereien verkauft. Offenbar handelt es sich dabei um den Grundstock für den Hof oder sogar das Land schon mit dem Hof südlich der heutigen Burg, den das Kloster dann bis 1803 in Besitz hatte. Er ist der erste bekannte Vertreter der adligen Familie, die sich nach Bodenheim nennt. Wahrscheinlich ist er der Ehemann der Seburg sowie Vater von Gerlach und Gottschalk von Bodenheim. Sein damaliger Hof war bereits lehnsabhängig von den Herren von Lommersum. zur Familie